Was heißt „Trauer“?
Trauer heißt, dass der Betroffene in einer „Zwischenwelt“ lebt, die von Schmerz geprägt ist und nichts anderes als das zulässt. Das Umfeld versucht zu helfen, doch oft scheitert man an seinen Ängsten und manchmal auch an einer anderen Vorstellung von „Trost spenden“. Damit man versteht was mit einem in dieser Phase geschieht, gehe ich auf die vier Phasen ein, die in der Trauer durchlebt werden müssen.
Die Vier Phasen nach Oliver Schmid
Die erste Phase ist meistens der „Schockzustand“, in dem man nichts an Emotionen spürt. Auch am Effekt des Leugnens wird deutlich, dass die Person nicht mehr da ist. Die Dauer ist unterschiedlich und kann von einigen Minuten bis zu mehreren Tagen anhalten.
Die zweite Phase ist die, der intensiv aufbrechenden Emotionen, in der alle Gefühle verstärkt auftreten. Die am häufigsten auftretenden Emotionen sind Einsamkeit, Angst, Zorn, aber auch Freude und Erleichterung, dass der Leidensweg beendet wurde. Aber auch Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen sind nicht unüblich. Das Ausleben dieser Gefühle gilt als notwendig, um den Betroffenen vor einer späteren Depression zu schützen.
Die dritte Phase, die Phase des Suchens, Findens und des Loslassens, beginnt mit dem Moment, in dem man versucht seine Verbindung mit dem Verstorbenen zu spüren, indem man beispielsweise vertraute Orte besucht oder Erinnerungsstücke anschaut. Diese Phase dient oft dazu, Konflikte mit dem verstorbenen in einem inneren Monolog zu lösen, wobei man sich am Ende der Phase mit dem Verlust und dem Tod aussöhnt.
Nun folgt die Phase der Akzeptanz und des Neuanfangs. Der Verlust wurde als Realität akzeptiert und man kann sich wieder auf die Gestaltung des eigenen Lebens fokussieren.
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